Waldviertler Burgenrunde

Abwechslungsreiche Eroberungsrunde durch saftige Wälder und Hügel

Saisonganzjährig befahrbar anhand der Fair-Play Regeln
OrtGasthof Einfalt in Klein Wetzles (Waldviertel) als Start- und Endpunkt 
Charakteristikabwechslungsreiche Rundtour 
Strecke47 km
Höhenmeter1060 hm bergauf
Dauerca. 3,5 Stunden

Mountainbiken im Waldviertel? Als Alpenvorländerin wähne ich mich ja schon fast im alpinen Gelände und lasse mich von der Vorstellung der Waldviertler Hügellandschaft nur schwer beeindrucken. Aber es geht ja auch um den Spaß und der Campingplatz ist reserviert, das Auto vollgestopft (siehe Beweisfoto) und die Route mehr oder weniger grob geplant.
Wir schlagen also unsere Zelte in Wetzles am Campingplatz des Gasthaus Einfalt auf (ja, das heißt wirklich so), satteln unsere Bikes und nehmen uns Burg Rappottenstein und die Ruine Arbesbach als Etappenziele vor.

Mit Hardtail, Fully, E-MTB und Citybike sind wir eine bunte Mischung, die da vom auf über 850 Metern Seehöhe liegenden Campingplatz davon rollt. Die ersten 20 Kilometer in Richtung Rapottenstein führen durch Egres, Feitzenschlag, Kottingdorf und kleinsten Dörfern. Dabei ist das Wegenetz ebenso bunt wie unsere Bikeflotte: Güterwege, Waldtrails und natürlich Asphaltabschnitte wechseln einander lebhaft ab.

Dass es in Richtung der auf nur 701 Metern liegenden Burg vorwiegend bergab geht, stößt auf Gefallen. Aber wir wissen: Die Tour wird über 1000 Höhenmeter auf den Tacho bringen und irgendwann wollen die auch erradelt werden.

Von der Annakapelle aus wandert unser Blick schon auf die Burg, die herrschaftlich am Hügel thront. Es heißt also, in die Pedale treten, wer den Schlossgeist persönlich treffen will …

Entlang eines kleinen Baches führt der Weg erst flach dahin, bevor ein steiler Wander- und MTB-Weg die Burg angreift. Der Trail ist auch bergauf mit Mountainbikes gut fahrbar und belohnt mit dem sofortigen Blick auf die Burg, sobald man aus dem Wald gespült wurde.

Die letzte Führung ist vor 10 Minuten gestartet und so machen wir es uns bei der Burgtaverne mit Blick auf eine der besterhaltensten Burgen Österreichs gemütlich.


Vor uns liegt nun ein herrlich sanfter Wald- und Trailabschnitt. Der “Steinpilz-Strecke” folgend sammeln wir in Richtung Norden nun Höhenmeter. Beim Knappenhof angelangt halten wir uns links und erreichen nach ein paar hundert Metern Bundesstraße einen beeindruckenden Skulpturenpark. Der hiesige Künstler Helmuth Hammel präsentiert unter dem Motto "Kunst zwingt Rost" an die 200 Figuren, deren Benennung (mittels Namenstafeln) und Ausfertigung (mit Liebe zum Detail) durchaus zum Nachdenken einladen.

Wir durchstreifen den Park durch die hohe Blumenwiese und schwingen uns dann auf unsere Drahtesel in Richtung Lohn. Noch kurz vor der Ortschaft biegen wir scharf rechts ab, nehmen eine steile Rampe entlang der Römerbrückenstrecke und Kurs auf den Zeller Steg. Der “Fuchsenhofweg” führt uns auf flowigen Trails durch die Waldviertler Wälder und bringt uns bis zum Loschberg.

Die Aussichts-Ruine Arbesbach liegt nun unweit vor uns und wir kurbeln bei mittlerweile über 30 Grad die kaum befahrene Straße Richtung Westen. Ein kleiner, feiner Trail führt südlich unterm Schlossberg hinweg und spuckt uns unter der Ruine wieder aus. Der wildromantische Hof nimmt unsere Bikes auf und die Bänke und schattenspendenden Bäume rufen erst mal: Pause!

Der Schlüssel zur Ruine ist in der örtlichen Bäckerei erhältlich. Wir verzichten jedoch darauf (in Wahrheit will jetzt niemand runterfahren und den Schlüssel holen) und schauen einfach, wie hoch hinaus wir ohne Schlüssel kommen.

Bei klarer Sicht sieht man angeblich bis zum Ötscher, aber an diesem schwülen Sommertag ist an Fernsicht nicht zu denken. 

Ausgerastet schlagen wir nun den letzten Tourenabschnitt ein. Etwa einen Kilometer fahren wir auf der Bundesstraße Richtung Pretrobruck nach Osten (in jene Richtung, aus der wir gekommen sind), bevor wir scharf links nach Norden einbiegen. Auf der “Stockzahnstrecke” kommen wir auf Forst- und Wiesenwegen an plätschernden Bächen und an der neu renovierten Hammermühle vorbei. Von der nur wenige hundert Meter westlich verlaufenden Bundesstraße hört und sieht man nichts. Das ist der Vorteil an den dichten Wäldern des Waldviertels.

In Griesbach durchkreuzen wir den Ort und nehmen nun westlich der Bundesstraße Kurs auf unser vorübergehendes Zuhause. Hase und Rehbock begegnen uns noch auf den letzten, grünen Waldmetern und Heidelbeerfelder laden zum Naschen ein. Doch Naschen recht jetzt nicht aus. Nach 47 Kilometern, über 1060 Höhenmetern und 2 eroberten Burgen werfen echte Camper den Griller an …

Einkehrmöglichkeiten und Unterkunft

Gasthof Einfalt

Gasthaus mit angrenzendem Campingplatz und modernenmSanitärhaus. Sympathische Wirtsleut mit 1A-Frühstücksbuffet für ausreichend Power für anstrengende Bike-Tage.

www.gasthof-einfalt.at

Burg Rappottenstein

Wunderschöne Burg mit angrenzender "Taverne" für die Stärkung zwischendurch 

Skulpturenpark Kunst zwingt Rost

Sehenswerte Skulpturen zum Nachdenken von Helmuth Hammel  

http://kunst-zwingt-rost.at/hh.html